Entspannungstechniken

Autogenes Training

Autogenes Training ist eine Entspannungstechnik, die Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts von dem Berliner Neurologen Johannes Heinrich Schultz entwickelt wurde und bis heute weite Verbreitung gefunden hat. Prinzip ist die körperliche Entspannung durch die eigene ("autogene") geistige Beeinflussung. Hierzu ist jedoch eine gewisse übung ("Training") erforderlich. Einmal erlernt, läßt sich diese Technik in vielen Situationen unmittelbar und vor allem ohne weitere Hilfsmittel durchführen und ist somit auch für "zwischendurch", z.B. im Büro, geeignet.

baumAnwendbar ist das Autogene Training z.B. bei Bluthochdruck, Stressbelastung, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, aber auch zur allgemeinen Leistungssteigerung, zur Selbstfindung, Verbesserung der inneren Ruhe, zum Abschalten, zur Mitbehandlung funktioneller Organstörungen, beispielsweise bei Kopfschmerzen, Darmstörungen, Menstruationsbeschwerden.

Es werden in dem Grundkurs zunächst die möglichen Körperpositionen und in der Folgezeit sechs Übungen erlernt. Die Übungen bauen in steigenden Schwierigkeitsgraden aufeinander auf. Dabei werden zunächst Grundkenntnisse in Anatomie und Physiologie vermittelt, soweit sie zum Verständnis der Wirkungen des Autogenen Trainings sinnvoll sind. In freier Assoziation werden subjektiv angenehme Formelstrukturen entwickelt. So wird ein Selbsterfahrungselement in das Autogene Training integriert. Erfahrungen der Kursteilnehmer werden ausgetauscht. Die Anwendung im Alltag wird besprochen und erfahrbar gemacht.

Mehr Informationen zu Johannes Heinrich Schultz erhalten Sie u.a. bei www.wikipedia.org.

Progressive Muskelrelaxation

Die Progressive Muskelrelaxation (PMR) als Tiefenmuskelentspannung wurde durch Edmund Jacobson zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA entwickelt. Jacobson zog aus der Erkenntnis, dass es Zusammenhänge zwischen muskulärer Anspannung und innerer Unruhe, Stress, Angst („Angst sitzt im Nacken“) gibt, den Umkehrschluss, dass muskuläre Entspannung auch zu seelischer Entspannung führen kann.

Diese Wechselwirkung von Psyche und Körper ist vielen sicher auch von der Massage oder anderen körperorientierten Verfahren bekannt. Ziel ist es, hierbei einen positiven Kreisprozess anzustoßen, der zu einer Entspannungsreaktion des Körpers und der Seele führt.

Indikationen für die PMR sind: Bessere Bewältigungsmöglichkeit von Problem- und Stresssituationen Herz-Kreislauferkrankungen Störungen des Immunsystems, Krebs (als begleitende Therapie) Magen-Darmbeschwerden, Kopfschmerzen, Ein- und Durchschlafstörungen sowie Angsterkrankungen. Die positiven Effekte von PMR und dem Autogenen Training auf den Körper und die Psyche sind wissenschaftlich nachgewiesen. Beide Verfahren sind Möglichkeiten für den Patienten, durch eigene Kontrolle und Selbstverantwortung Unterstützung zu erfahren.

Nach einer Einweisungsphase können die Verfahren unabhängig vom Therapeuten/in durchgeführt werden. Tendenziell können bei der PMR schnellere Erfolge, beim AT aber langhaltigere Erfolge erzielt werden.